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Wissenschaft

Artikel #711, »Wissenschaft«, geschrieben von: Ulrich Fuchs (72 %) , Erich Willems(Red.) (17 %) , K. Bleuer (9 %) et al.

Wissenschaft, im statischen Sinn die systematisch geordnete Erkenntnis bzgl. bestimmter Themenbereiche bzw. die Gesamtheit allen Wissens zu einem bestimmten Zeitpunkt, im prozessualen Sinne die methodisch kontrollierte stetige Erweiterung dieses Wissens, sowie im institutionellen Sinne die Gesamtheit der Personen und Institutionen, die mit diesen Methoden arbeiten. Die W. erweitert das Wissen in der Forschung und vermittelt es in der Lehre. Dabei nutzt sie vorwiegend rationale Methoden, um das Wissen zu erweitern und der Gesellschaft neue Ansichten bzw. Einsichten anzubieten. Diese neuen Einsichten können dann in Lösungsvorschläge für ausgewählte Probleme oder Fragestellungen münden.

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Klassifizierungsversuche

Je nach Zeit und Kulturraum werden W. unterschiedlich klassifiziert. Die heute im deutschsprachigen Raum übl. erste Grobklassifizierung unterscheidet primär zwischen Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften, einer Differenzierung, der Dilthey 1883 zum Durchbruch verhalf. Daneben schließt man heute das Kontinuum über die Gruppen: Formale Wissenschaften bzw. Strukturwissenschaften mit der Mathematik und angesiedelt zwischen Geisteswissenschaft und Naturwissenschaft, sowie den Anwendungswissenschaften, die die Ingenieurwissenschaften umfassen und z. B. auch die Medizin. Einige Autoren betrachten die Geistesw. als wertende, die anderen als wertfreie W., bei Max Weber findet sich aber bspw. die explizite Forderung nach Wertfreiheit auch in den Geisteswissenschaften. Windelband betonte die unterschiedlichen Ansprüche an die Generalisierbarkeit von wissenschaftl. Erkenntnissen, charakterisierte so Geisteswissenschaften als idiographisch (das Einzelne beschreibend), Naturwissenschaften dagegen als nomothetisch (Gesetze aufstellend), in den heutigen W. verschwimmt diese Differenzierung jedoch langsam.

Im engl. Sprachraum wird eher unterschieden zwischen den Naturwissenschaften, der Mathematik, den Sozialwissenschaften (social sciences) als eigenständige Gruppe, den applied sciences, in die unter anderem die Ingenieurwissenschaften, die Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften und die Medizin eingruppiert werden, und den humanities, die im wesentlichen die dann noch verbleibenden Geisteswissenschaften (insb. die Philologien, Philosophie, Geschichte und Theologie) umfasst.

Wissenschaftliche Methode

Die angewendete wissenschaftliche Methodik ist den Bedürfnissen der jeweiligen Domänen der Grobstrukturierung angepasst und wird dort jeweils erläutert.

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