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Assume Good Faith

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Assume good faith, auf deutsch etwa: Geh von einer guten Absicht aus, ist (neben: Erinnere Dich, dass am anderen Ende der Leitung ein Mensch sitzt) eine der Grundregeln bei elektronischer Kommunikation, und gilt ganz besonders in Wikis.

In Briefen hat man in der Regel genug Zeit zum formulieren, am Telefon hat man die Möglichkeit, seine Stimme zu modulieren und hört die Nuancen in der seines Gegenübers. In der schnellen elektronischen Kommunikation, wie sie - nicht nur, aber auch - über die Zusammenfassungszeile und die Diskussionsseiten in Wikis geschieht, fallen diese Eigenschaften weg. Diese Form der Kommunikation hat sich als sehr anfällig dafür herausgestellt, dass sich Kommunikationspartner gründlich missverstehen und Aussagen des oder der Anderen leicht "in den falschen Hals" bekommen können.

Der Ausdruck "assume good faith" möchte dem vorbeugen: Wenn man sich über eine Aktion, eine Formulierung etc. ärgert, sollte man grundsätzlich davon ausgehen, dass man etwas falsch verstanden haben könnte, dass es völlig anders gemeint war, als es bei einem ankam. Den Ärger daher zunächst runterschlucken und freundlich(!) nachfragen. Auf gar keinen Fall eine "wenn Du so anfängst, brauchen wir garnicht erst weiterreden"-Haltung einnehmen. In einer Besprechung am gemeinsamen Tisch lässt sich eine solche Situation noch auflösen, bei rein elektronischer Kommunikation nicht mehr.

Wir gehen bei Wikiweise davon aus, dass sich alle Teilnehmer den Werten grundsätzlich verpflichtet fühlen. Zu denen gehört, dass wir das gemeinsame Ziel haben, an einer Enzyklopädie zu arbeiten. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Handlung, eine Aussage eines Teilnehmers dazu dient, diesem Ziel näher zu kommen, ist wesentlich höher als die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Zweck war, irgend jemandem eine "reinzuwürgen".

Konflikte sind gesund, wenn sie sich um Ansätze, Ideen, Formulierungen drehen. Sie helfen uns, vorwärts zu kommen, uns unserem Ziel anzunähern. Sie vermiesen die Stimmung, wenn sich die Konfliktpartner (schönes Wort) persönlich verletzt fühlen. Drum gilt für die Sender von Informationen die Regel der Netiquette, sich stets des Menschen auf der anderen Seite der Kommuniktion bewusst zu sein (man kommuniziert über den Bildschirm, nicht mit diesem). Und weil doppelt gemoppelt besser hält, sollte der Empfänger jeglicher Informationen eben das Assume good faith zu seiner Richtschnur machen.

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