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Vorsokratiker

Artikel #4818, »Vorsokratiker«, geschrieben von: Josef Kandl(Red.) (87 %) , A Bickel (12 %) et al.

Vorsokratiker, diejenigen griech. Denker und Philosophen des 8.-5. Jh. v. Chr., die vor den Sophisten und vor der klassischen griech. Philosophie mit Sokrates, Platon und Aristoteles hervorgetreten sind.

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Die sich in dieser Zeit entwickelnde Philosophie der Antike war gekennzeichnet durch einen radikalen Wandel der mit dem Schlagwort »Vom Mythos zum Logos« bezeichnet wird. Bisher hatte der intuitiv denkende Mensch an die Götter geglaubt, war von den Göttern geleitet und hat zusammen mit diesen, wie sie in den Götter- und Heldensagen seit Homer und Hesiod aus dem 8. Jh. überliefert worden waren, gelebt. Jetzt machte sich ein rational analysierender Mensch auf den Weg, der sich selbst und die Welt denkend und diskutierend zu hinterfragen und zu erkennen begann. Es ist eine veränderte Fragestellung, die die Menschen von damals bewegte. Nicht mehr der Frage woher die Welt stammt (Kosmogonie), sondern woraus die Welt besteht (Kosmologie), galt von nun an die volle Aufmerksamkeit. Der Logos löste den Mythos ab. Der Nachlass der Vorsokratiker ist nur in Fragmenten vorhanden. Ein vollständiges Werk oder eine vollständig erhaltene Schrift dieser Denker hat sich nicht gefunden. Manche habe überhaupt nichts aufgeschrieben. Unser Wissen um die Vorsokratiker stützt sich auf Schriften nachfolgender Philosophen, die sich mit ihren Vorgängern auseinandersetzten. Eine reiche Quelle sind auch die zehn Bücher des Diogenes Laertios.

Die meisten Fragen bezüglich der Welt und des Menschen wurden bereits bei den Vorsokratikern gestellt und diskutiert. Die gleichen Problemkreise beschäftigen uns noch heute und letztgültige Antworten stehen auch nach 2500 Jahren zum Teil immer noch aus.

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