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Viren

Artikel #1588, »Viren«, geschrieben von: G. Schütte (98 %) , Josef Kandl(Red.) (1 %)

Viren, (Sing.: der oder das Virus, von lat.: schleimige Flüssigkeit, Gift), sehr kleine ( 15 – 300 nm große) Krankheitserreger mit einfachem Aufbau, die sich nur in lebenden Zellen von Tieren, Menschen, Pflanzen oder Bakterien vermehren können.

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V. besitzen keine Ribosomen und keine Mitochondrien, sie können daher keine Proteine selbst herstellen und keine Energie erzeugen. V. besitzen also keinen eigenen Stoffwechsel.

V. bestehen aus Nukleinsäuren (entweder aus DNS oder RNS, nie aus beiden) und Eiweiß (Protein). Das Eiweiß bildet eine Hülle (Capsid) um die Nukleinsäure. Manche V. besitzen eine zweite Hülle aus Lipoproteinen, deren Bausteine aus der Zellwand des Wirts stammen (envelope).

Das Capsid schützt die Nukleinsäure und mit seiner Hilfe docken die V. an den Rezeptoren der Zelloberfläche an (Adsorption). Manchmal dient das Capsid auch dazu, die infektiöse Nukleinsäure in die Wirtszelle zu injizieren. Werden die Viren von der Zelle komplett aufgenommen, muss das V. erst von seinen Hüllen befreit werden (uncoating), bevor es sich vermehren kann. Anschließend wird das genetische Material des V. entweder in das Genom der Wirtszelle integriert (und untersteht damit auch der Zellregulation) oder aber es bleibt im Zytoplasma und unterstellt den gesammten Stoffwechsel der Wirtszelle der Neuproduktion von Virusnukleinsäuren und Virusproteinen. Capside und Nukleinsäuren bilden wieder neue Viren und werden entweder durch die Auflösung der Wirtszelle (Zytolyse) oder durch Ausschleusung (Virusknospung,budding) aus der Zelle freigesetzt. Bei der Ausschleusung werden Teile der Zellmembran zu Hüllenbestandteilen des V.

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