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Theologie

Artikel #8107, »Theologie«, geschrieben von: J. Poseck (99 %) , Gabriele von Horn(Red.) (0 %) et al.

Neuzeit

Mit der Renaissance und dem Humanismus hörte die Philosophie auf, Magd der Theologie zu sein. Für diese bedeutet das, sie wird fachspezifischer und angefangen mit Martin Luther mehr auf die Glaubenspraxis ausgerichtet.

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Der Augustiner hatte sich mit Problemen von Gnade und Buße befasst und wollte zunächst nur die unerfreuliche Ablasspraxis beenden. Als sich infolge der intransigenten Haltung der kath. Kirche die protestantische Bewegung zum Flächenbrand ausweitete, führte die Kirchenspaltung auch zur Glaubensspaltung und Entwicklung einer protestantischen Theologie. Für den Reichstag in Worms (1521) hatte Luther sich mit den grundlegenden protestantischen Schriften An den christlichen Adel deutscher Nation, Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche und Von der Freiheit eines Christenmenschen vorbereitet. Vor allem hat er aber die exegetisch nicht mehr ganz unangefochtene, aber literarisch einmalige Bibelübersetzung geschaffen. Die katholische Seite reagierte zunächst machtpolitisch, bis mit der sog. barocken Zweitscholastik in Spanien der Jesuit Francisco Suárez (1548-1617) den Weg in die Neuzeit fand.

Der aufkommende Rationalismus und Materialismus im Gefolge der Aufklärung ließ die Apologetik wieder aufleben, als einer deren bedeutenden Vertreter der Zeit des Deutschen Idealismus Friedrich Schleiermacher (1768 bis 1834) genannt sein soll.

Zu den führenden Fundamentaltheologen der Gegenwart gehören der Vater der Bekennenden Kirche Karl Barth (1886 bis 1968) und der Jesuit Karl Rahner (1904 bis 1984), der wesentlichen Einfluss auf das Zweite Vatikanische Konzil hatte.

In der Moderne setzt sich die Zersplitterung der Wissenschaften in Teildisziplinen fort. Das gilt auch für die Theologie. Z.B. politische Theologie mit Befreiungstheologie und feministischer Theologie. In konservativem Verständnis ist die Betrachtung des Glaubens unter einem einzelnen Aspekt oder einer bestimmten politischen Anschauung nur dann vertretbar, solange das Ganze im Auge behalten wird.

Die Ökumenische Bewegung, ursprünglich von Laien ausgehend, seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil auch den Katholiken offen, stellt eine Herausforderung der Gegenwart dar, weg von der Apologetik der eigenen Konfession eine Theologie der Vereinigung zu entwickeln.

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