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Theologie

Artikel #8107, »Theologie«, geschrieben von: J. Poseck (99 %) , Gabriele von Horn(Red.) (0 %) et al.

Glauben und Philosophie

Entgegen der landläufigen Meinung von Schulmeistern erlangt der Mensch Gewissheit im Glauben, nicht in der Wissenschaft. Der Glaube beruht auf der verlässlichsten Quelle, nämlich göttlicher Offenbarung. Die darauf beruhenden Schriften sind durch Kanonisierung vor Veränderung geschützt. Wahrheiten, die dem stets zum Irrtum neigenden menschlichen Geist als Widersprüchlich oder nicht begreifbar erscheinen, sind Geheimniss des Glaubens und sollten nicht unangemessen hinterfragt werden. Wissenschaft dagegen bedeutet Streit, ihre großen Lehrer begründen bestenfalls eine herrschende Auffassung aber keine Gewissheit. Deshalb sind die pastoral angelegten Wahrer des Glaubens keine natürlichen Freunde der Theologie. Geraten diese ins Streiten, wird die Kirche nur dann Stellung beziehen, wenn eine Meinung sich in Widerspruch zur Glaubenswahrheit setzt. Es wird nicht für die geduldete Auffassung Partei ergriffen, vielmehr wird ein Machtwort gesprochen und die Häresie verurteilt (Roma locuta, causa finita). Eher mittelbar ist aber doch zu erkennen, welche Theologen als zuverlässig gelten. Die Ehrentitel Kirchenvater bzw. Kirchenlehrer sind zugleich eine Empfehlung zur Lektüre dieser Autoren.

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