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Sprachwandel

Artikel #4556, »Sprachwandel«, geschrieben von: Markus A. Mueller(Red.) (100 %)

Sprachwandel ist ein universalistisches Phänomen der zeitl. Veränderung von Sprache, die von der hist. Sprachwiss. untersucht wird.

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Die menschl. Sprache unterliegt grundsätzl. einem Prozess der Veränderung, der teils durch sprachimmanente Anlagen, teils durch Sprachkontakt bzw. -isolation (vgl. Historische Sprachgeographie, Historische Dialektik) oder historisch-soziale Bedingungen (vgl. Historische Soziolinguistik, Historische Pragmatik) angestoßen wird.

Gründe für den Sprachwandel auf phonetischer und morphologischer Ebene können u. a. in der Ökonomisierung der Lautartikulation und der Vereinfachung bzw. Vereinheitlichung der grammatischen Strukturen einer Sprache liegen; auf lexikalischer und sematischer Ebene geben Homonyme und Metonyme einen Anreiz zur Bedeutungsdifferenzierung oder zur Bildung von Neologismen bzw. zur Übername von Fremdwörtern. Enge Kontakte zu Nachbarsprachen können zur Pidginisierung oder Kreolisierung führen.

Die Untersuchungen des Grundprinzipien des Sprachwandels stützen sich auf die theoret. Basis der Sprachtypologie und der Sprachuniversalien.

Literatur

  • Ronneberger-Sibold: Sprachverwendung, Sprachsystem. Ökonomie und Wandel. Niemeyer, Tübingen 1980, ISBN 3-484-10379-5 (Linguistische Arbeiten 87)
  • Keller, Rudi: Sprachwandel. Von der unsichtbaren Hand in der Sprache. Francke, Tübingen 1990, ISBN 3-7720-1761-4 (UTB 1567)
  • Sprachdynamik. Bd. 7: Bibliographie: Sprachwandel. Hg. v. Benedikt Jeßing. Brockmeyer, Bochum 1994. (Bochum-Essener Beiträge zur Sprachwandelforschung 23)

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