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Soziologie

Artikel #7813, »Soziologie«, geschrieben von: J. Poseck (94 %) , K. Bleuer(Red.) (5 %)

Die Soziologie (lat. socius, Gefährte, griech. logos, Wort, Vernunft), bezeichnet die Wissenschaft von der Gesamtheit der sozialen Beziehungen innerhalb der menschlichen Gesellschaft. Gegenstand der Betrachtung sind Mensch, Gruppe, Staat und ihre Interaktionen. Forschungsmethoden sind Denken (Philosophie), Beobachten (Naturwissenschaften) und Zählen bzw. Messen (Umfragen, Statistik). Die Vielfalt der Methoden und Themen macht sie zu einem interdisziplinären Forschungsgebiet, das in den Sozialwissenschaften zusammengefasst wird.

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Bereits die Philosophen der der Antike haben sich mit Mensch und Gesellschaft befasst. Im heutigen Verständnis als selbständiges Fach der Allgemeinen Soziologie können die Philosophen Thomas Hobbes (1588-1679) und John Locke (1632-1704), als Vorläufer angesehen werden. Der Positivist Auguste Comte (1798-1857) führte den Begriff physique social ein, mit dem er den naturwissenschaftlichen Charakter der Soziologie verdeutlichen wollte.

Zu den klassischen Autoren gehören Alexis de Tocqueville (1805-1859), Karl Marx (1818-1883), Émile Durkheim (1858-1917), Max Weber (1864-1920), Herbert Spencer (1820-1903) und Georg Simmel (1858-1918).

Bedeutenden Einfluss auf die deutsche Studentenbewegung der sechziger Jahre hatten die Vertreter der Frankfurter Schule mit Max Horkheimer (1895-1973), Theodor W. Adorno (1903-1969), Herbert Marcuse (1898-1979) und Jürgen Habermas (*1929). Bedeutender Gegner dieser Schule im Positivismusstreit war der Hauptvertreter des kritischen Rationalismus Karl R. Popper (1902-1994).

Die Entwicklung in den USA ist geprägt von George Herbert Mead (1863-1931), einem Vertreter des amerikanischen Pragmatismus und Talcott Parsons (1902-1979), einem Vertreter des Strukturfunktionalismus. Beide Schulen förderten die Entwicklung statistischer Methoden, denen wir heute ganz selbstverständlich als Umfrage oder statistischer Erfassung täglich begegnen. Vater dieser Erhebungsmethoden ist George Horace Gallup, der die Technik gesellschaftlich repräsentativer Stichproben entwickelte.

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