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Recht ((Werteordnung))

Artikel #5612, »Recht ((Werteordnung))«, geschrieben von: B. Brockhorst (99 %) , Josef Kandl(Red.) (0 %)

Objektives Recht – Subjektives Recht

Objektives Recht sind die Rechtsregeln in ihrer Gesamtheit (Rechtsordnung). Sie wirken für und gegen jedermann. Subjektive Rechte sind das Recht des Einzelnen (Anspruch gegenüber einem Vertragpartner, einem Dritten oder gegenüber dem Staat). Auch wenn objektives und subjektives Recht in der Rechtsstaatstheorie begrifflich gegenübergestellt werden, sind sie nicht als gegenläufige Begriffe zu verstehen, denn die subjektiven Rechte haben ihre Grundlage in der Rechtsordnung (dem objektiven Recht).

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Subjektive Rechte gegenüber dem Staat ergeben sich aus den Grundrechten; in erster Linie als Abwehrrechte (der Staat darf den Einzelnen in der Ausübung seiner verfassungsmäßig gewährleisteten Rechte nicht einschränken), aber auch als Teilhaberechte (z. B. Wahlrecht).

Subjektive Rechte gegenüber Personen ergeben sich zum einen aus der Verpflichtung eines jeden, die Rechtsordnung zu beachten (z. B. Recht auf körperliche Unversehrtheit, bei Zuwiderhandlung Haftung aus Deliktsrecht), aber auch - nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts - aus einer „mittelbaren Drittwirkung“ der Grundrechte (erstmals ausgesprochen im sog. „Lüth-Urteil“).

Im Privatrecht (Zivilrecht) ergeben sich subjektive Rechte zwischen Personen bspw. aus einer schuldrechtlichen Beziehung (Kauf-, Dienst-, Werk-, Mietvertrag, Geschäftsführung ohne Auftrag), aus ungerechtfertigter Bereicherung, aus Deliktsrecht, aus familien- oder erbrechtlichen Ansprüchen. Vielfach steht dem subjektiven Recht eine Pflicht gegenüber.

Das subjektive Recht spielt bei der Erhebung einer Klage eine wesentliche Rolle; Voraussetzung für die Zulässigkeit der Klage ist nämlich die Verletzung eigener (= subjektiver) Rechte (Klagebefugnis).

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