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Pornographie

Artikel #823, »Pornographie«, geschrieben von: B. Brockhorst(Red.) (99 %) et al.

Pornographie (auch: Pornografie), altgriech. porne, Dirne, graphein, schreiben), eine anreißerische Darstellung von Sexualität in Wort oder Bild. In Abgrenzung zur Erotik ist die Darstellung aufdringlich und auf die Erregung des Geschlechtstriebes abzielend.

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Rechtslage bei Verbreitung

In fast allen Ländern der Erde ist die Verbreitung von Pornographie durch Schriften, Bildträger oder das Internet eingeschränkt oder verboten.

In Deutschland wird zwischen einfacher (§ 184 Strafgesetzbuch - StGB) und harter Pornographie (§§ 184a und 184b StGB) unterschieden. Die einfache Pornographie unterscheidet sich von der harten darin, dass nicht zusätzliche Qualifikationsmerkmale gegeben sind. Harte Pornographie liegt vor bei Medien, die

  • sexuelle Handlungen präsentieren, die im Kontext zu Gewalt stehen oder solche mit Tieren zum Inhalt haben (z. B. das Zeigen einer tatsächlichen oder fiktionalen Vergewaltigung oder Erzwingen von sexuellen Handlungen sowie sodomitische Handlungen (§ 184a StGB),
  • Kinderpornographie zum Inhalt haben. Gibt das kinderpornographische Medium ein tatsächliches oder wirklichkeitsnahes Geschehen wieder (Sexueller Missbrauch von Kindern = unter 14 Jahren), ist zusätzlich Erwerb und Besitz unter Strafe gestellt.

Während die harte Pornographie einem generellen Verbreitungsverbot unterliegt, gilt für die einfache nur eine Verbreitungsbeschränkung aus Gründen des Jugendschutzes. Solche Medien dürfen an Örtlichkeiten angeboten werden, zu denen Kinder und Jugendliche keinen Zutritt haben (z. B. Sex-Shops), sie dürfen nicht im Versandhandel vertrieben und auch nicht beworben werden. In der Vergangenheit hat es verschiedentlich höchstrichterliche Urteile zur Verbreitung von hierzu gegeben. U. a. ist es von Seiten des Bundesgerichtshofs als zulässig erachtet worden, dass pornographische Zeitungen an Tankstellen ausliegen dürfen, wenn ihre Schutzumschläge so abgeklebt sind, dass nicht ersichtlich ist, dass es sich um Pornographie handelt und sich auch sonst kein Hinweis hierauf ergibt.

Tatbestandsausschließend ist das sog. Erzieherprivileg (§ 184 Absatz 2). Danach dürfen Sorgeberechtigte ihren Zöglingen pornographisches Material zugänglich machen. Allerdings darf die Erziehungspflicht nicht gröblich verletzt sein. Eine Übertragung des Erzieherprivilegs auf Dritte, die nicht sorgeberechtigt sind, ist nicht möglich, wird aber in der juristischen Literatur kontrovers diskutiert.

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