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Homo sapiens

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Homo sapiens, Jetztmensch, im allg. und philosoph. Sprachgebrauch Mensch, Art aus der Familie der Menschenaffen (Hominidae), einzige heute noch vorkommende Art aus der Gattung der Menschen (Homo); hat sich aufgrund besonders gut ausgebildeter kognitiver und feinmotor. Fähigkeiten als dominante Art auf dem Planeten Erde durchgesetzt.

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Auch wenn der Mensch biolog. dem Tierreich angehört, so unterscheidet er sich in einigen Kriterien deutlich von allen anderen Tieren. Zum ersten ist der Mensch im Gegensatz zum Tier sich und seiner eigenen Sterblichkeit deutlich bewußt. Die Entwicklung des (Ich)-Bewusstseins und das Erkennen der Endlichkeit dieses Ichs führte den Menschen zur Frage nach dem Sinn seiner eigenen Existenz und seiner Stellung in der Welt. War der Mensch in der Frühphase seiner Entwicklung "nur" ein besonders geschicktes affenartiges Wesen, so trat er mit der Erkenntnis dieser Existenzfrage, aus der sich Religion, Philosophie und letztlich auch Naturwissenschaft entwickeln konnten, aus dem Rest der Fauna heraus.

Nicht allein typisch für den Menschen, jedoch gegenüber der Tierwelt stark ausgeprägt, ist einerseits seine Fähigkeit, sich hochorganisiert in größeren Gruppen zusammenzuschließen, andererseits, erlernte Fähigkeiten sehr schnell an andere Mitglieder der Gruppe und an nachfolgende Generationen zu tradieren. Dies wird begünstigt durch die komplexe Sprache des Menschen, die eine differenzierte Arbeitsteilung ermöglicht. Auf der anderen Seite steht zu vermuten, dass die Entwicklung der Zivilisation auch die Entwicklung der Sprache in enger Wechselwirkung förderte und beides letztlich zu der hoch entwickelten Kultur führte, die die Menschheit heute besitzt.

Somit tritt beim Menschen inzwischen die biologische Evolution zu Gunsten einer kulturellen Evolution in den Hintergrund. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass der Mensch noch auf "normalem" Weg aussterben kann, von Katastrophenereignissen (wie einem Metoriteneinschlag, einer gigant. Epidemie oder der Selbstvernichtung durch einen globalen Krieg) einmal abgesehen. Aufgrund seiner kulturellen Fähigkeiten war und ist er in der Lage, sich veränderten Umweltbedingungen sehr viel besser anzupassen als jedes Tier. Die Evolution hat sich beim Menschen auf die Verbesserung dieser Kulturfähigkeiten (Schrift, Computer, Gedankliche Konstrukte wie theoretische Physik) ausgeweitet, diese Kulturtechniken unterliegen nunmehr selbst einem Evolutionsprozess.

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