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Massenmedien

Artikel #5655, »Massenmedien«, geschrieben von: B. Brockhorst(Red.) (95 %) et al.

Massenmedien, ugs. kurz Medien, Medien im engeren Sinne, nämlich Publikationen von Nachrichten, Informationen und Unterhaltung, die sich im öffentlichen Raum an die Allgemeinheit richten und sich einmal hierbei an Empfänger wenden, die die durch sie transportierten Inhalte passiv rezipieren, die im Bereich der elektronischen Medien aber auch aktive sowie interaktive Elemente in sich vereinen können. Wegen ihrer Vielfalt und Reichweite haben Massenmedien eine andere Außenwirkung als Medien, die der Individualkommunikation dienen. Aufgrund des großen Einflusses der Medien in einer modernen Mediengesellschaft haben insbesondere Presse, Hörfunk und Fernsehen sich den Ruf der Vierten Gewalt im Staat (analog zu den drei bekannten Gewalten Legislative, Exekutive und Judikative) erworben. Welche Freiheiten den Massenmedien zukommen, wird explizit im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland festgeschrieben.

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Rechtliches

Medienfreiheit

Die Medienfreiheit ist in der Bundesrepublik Deutschland ein hohes Rechtsgut. Die Erfahrungen aus der Zeit der Nationalsozialistischen Diktatur in der Zeit von 1933-45, in welcher jedwede Form der Information der Bevölkerung sowie deren Unterhaltung staatlicherweise gegängelt wurden, (Stichworte: Gleichschaltung der Presse, Reichskulturkammer mit allen ihren Unterabteilungen, Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda), haben auf die "Väter und Mütter" des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland nachhaltigen Einfluss gehabt, so dass diese die Freiheit der Information, die Meinungsfreiheit, die Presse- und die Rundfunkfreiheit grundgesetzlich schützten. So besagt Art. 5 Abs. 1 GG:

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

Zusätzlich besondere Freiheitsgarantie erfährt im Grundgesetz die Kunstfreiheit in Art. 5 Abs. 3 GG - die für manche Unterhaltungsmedien zum Tragen kommt.

Aus der Erfahrung der Nationalsozialistischen Diktatur heraus - zugleich aber auch in dem Bewusstsein, dass Medien in hohem Maße meinungsbildend wirken (und damit auch leicht missbraucht werden können) sind dem Staat gegenüber einige Grundsätze betr. die Medienfreiheit verpflichtend:

  1. Keine staatlich zentrale Steuerung der Medien
  2. Kein Staatsfunk
  3. Keine Zensur
  4. Keine über die durch das Grundgesetz hinausgehenden Beschränkungen der Medienfreiheit

Keine staatlich zentrale Steuerung der Medien

Hintergrund

1933-45 gab es aufgrund weitreichender Reglementierungen seitens der Reichsführung unter Hitler, insbesondere seitens seines Erfüllungsgehilfen Joseph Goebbels, der das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda leitete, außerdem aufgrund der Einrichtung der Reichskulturkammer, deren Unterorganisationen das gesamte mediale und künstlerische Leben kontrollierten, bald nur noch staatlich gesteuerte Informationen. Faktisch gewannen die staatlich gesteuerte Presse die Oberhand; (Stichworte: z. B. "Völkischer Beobachter", "Der Stürmer") sowie solche der Reichsführung genehme Inhalte bei der Unterhaltung der Bevölkerung (Stichworte: Bücherverbrennung, Einflussnahme auf den "deutschen" Film durch das Reichspropagandaministerium).

Heutige Situation

Aus diesen Erfahrungen heraus untesagt das Grundgesetz jedwede zentrale Steuerung der Medien durch den Staat. Außer den durch das Grundgesetz selbst gesetzten Schranken in Art. 5 Abs. 2 GG unterliegen Medien keiner weiteren Beschränkungen. Manche Rahmenbedingungen der Medienfreiheit können zwar gesetzlich ausgestaltet werden (und sind es auch in manchen Bereichen), doch ist der Bund nicht gesetzgebungsbefugt. Zwar gibt es auf der Bundesebene den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der dem Bundeskanzleramt zugeordnet ist, doch bleibt dessen wesentliches Tätigkeitsgebiet die Förderung kultureller Einrichtungen und Projekte von nationaler und gesamtstaatlicher Bedeutung. Die Ausgestaltung von Medienrecht ist Sache der Bundesländer (das föderalistische Prinzip wird einem zentralistischen entgegengesetzt).

So ist das Presserecht, das Rundfunkrecht und das Recht betr. Telemedien im Internet auf Länderebene geregelt. Dass dies zu einer leicht unübersichtlichen Situation führen kann, zeigen die Pressegesetze der Länder; alle regeln zwar die ungefähr gleichen Rahmenbedingungen, allerdings teilweise unter anderen Paragraphen oder mit geringfügig abweichenden Wortlaut. Um einer ausufernden Unübersichtlichkeit entgegenzutreten haben die Bundesländer bei der Ausgestaltung der Rahmenbedingungen für den Rundfunk die Grundzüge im gemeinsam erarbeiteten Rundfunk-Staatsvertrag (RStV) niedergelegt.

Kein Staatsfunk

Hintergrund

Die Nationalsozialisten hatten schnell erfasst, dass man mit den zur Verfügung stehenden elektronischen Medien des Hörfunks sowie des Films massiven Einfluss auf die Ansichten und Befindlichkeiten der Bevölkerung nehmen konnte (Stichworte: Volksempfänger, Deutsche Wochenschau, Propagandafilme). Diese weitreichende Verbreitungsform sich zunutze machend stellte die Reichsführung Rundfunk und Film ganz in den Dienst der eigenen Propaganda.

Heutige Situation

Als Bundeskanzler Konrad Adenauer 1960 mit der Deutschland-Fernsehen-GmbH eine im staatlichen Eigentum stehende Gesellschaft gründen wollte, die ein zweites Fernsehprogramm (neben dem der ARD) produzieren sollte, wurde das Bundesverfassungsgericht mit dieser Angelegenheit befasst. In seinem 1. Rundfunkurteil vom 28. Februar 1961 stellte das Gericht fest, dass der Rundfunk staatsfrei zu bleiben habe und die Gesetzgebungskompetenz des Bundes sich allein auf die Übertragungstechnik beschränke, die Gesetzgebungsbefugnis für die Regelung des Rundfunks bei den Bundesländern liege.

Die Rundfunkanstalten der ARD und das daraufhin gegründete Zweite Deutsche Fernsehen waren und sind zwar Anstalten des öffentlichen Rechts, dies aber aus rein organisatorischen Gründen. Bis Mitte der 1980er Jahre war diese Organisationsform die einzige, die das relativ teure und aufwändige Betreiben von Hör- und Fernsehfunk durch Gebühren und Werbung gewährleisten konnten. Ihre Gremien (Rundfunk-, Fernsehrat), die über Inhaltliches entscheiden können, müssen aber ebenfalls staatsfern strukturiert sein.

1981 erließ das Bundesverfassungsgericht die wegweisende Entscheidung, dass neben dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch der private Rundfunk zulässig ist. In den 1990er Jahren kam das private Bezahl-Fernsehen (Pay-TV) hinzu.

Zensurverbot

Hintergrund

Zensurmaßnahmen seitens der Nationalsozialistischen Diktatur waren an der Tagesordnung. Hierfür bediente sie sich der Unterabteilungen der Reichskulturkammer, bei Presse und Rundfunk speziell der Reichspresse- und der Reichsrundfunkkammer.

Heutige Situation

Auch wenn der Begriff Zensur schnell zur Hand ist, wenn jemand seine Meinung unterdrückt sieht (häufig anzutreffen im Web 2.0); es gibt in der Bundesrepublik Deutschland keine Zensur im Sinne einer staatlichen Prüfung und Freigabe von Medieninhalten. Das ist Ausfluss der Erfahrungen aus der Zeit 1933-45. Wobei klarzustellen ist, dass der Begriff "Zensur" sich auf staatl. Maßnahmen bezieht; die "Schere im Kopf" eines Einzelnen oder einer Redaktionsleitung spielt sich auf privater Ebene ab und fällt nicht darunter.

Prinzipiell kann somit jeder per Medien verbreiten, was er möchte, er muss allerdings dann auch die Konsequenzen tragen, wenn die verbreiteten Inhalte Verstöße gegen Gesetze beinhalten, die gemäß Art. 5 Abs. 2 GG zu beachten sind. Der Vollständigkeit halber: Verboten ist nach dem Grundgesetz nur die "Vorzensur", eine „Nachzensur“ im Sinne eines Verbietens aufgrund erheblicher strafrechtsrelevanter Rechtsverstöße, nachdem das betroffene Medium sich in der Verbreitung befindet, ist möglich. Hierzu zählen im wesentlichen die Beschlagnahme von Medien wegen Volksverhetzung, Holocaustleugnung, Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen, oder wegen sog. "harter" Pornographie (Kinderpornographie, Sodomie, Gewaltpornographie).

Beschränkung der Medienfreiheit durch GG

Nur das Grundgesetz kann der Medienfreiheit Grenzen setzen: Art. 5 Abs. 2 GG ist dies für die Meinungsäußerungs-, Informations-, Presse-, Film-, und Rundfunkfreiheit. Drei Schranken sind diesen auferlegt; neben den Bestimmungen zum Schutze der Jugend und dem Recht der persönlichen Ehre auch die allgemeinen Gesetze. Was mit dem letzten Begriff so weitreichend, fast generalklauselmäßig erscheint, ist aber nichts anderes als die Aufforderung, sich gesetzeskonform zu verhalten. Was dem Gesetzgeber umgekehrt nicht gestattet ist: Gesetze gegen eine bestimmte Meinung oder gegen ein bestimmtes Medium zu erlassen. Im übrigen spiegelt diese Einschränkung der Medienfreiheit nichts anderes als die gebotenen Verhaltensweisen, die gegenüber allen Menschen gelten; dass sich Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung als Straftatbestände auch in Ausübung der Medienfreiheit verbieten, ist ebenso selbstverständlich wie die Einhaltung von Jugendschutzbestimmungen.

Wegen der dem Bund auferlegten Enthaltsamkeit betr. Regelungen des Rundfunks hat das Jugendschutzgesetz (JuSchG), das bundesgesetzliche Bestimmungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen beinhaltet, keine Wirkung auf Hörfunk und Fernsehen. Der Rundfunk-Staatsvertrag (RStV) wiederholt aber - ebenso wie auch der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV), der für die Mediendienste im Internet gilt, im wesentlichen alle die Beschränkungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, die auch im JuSchG Eingang gefunden haben.

Printmedien

Das Buch, das über die Jahrhunderte hinweg als Informations-, Bildungs-, Aufklärungs- und schließlich Unterhaltungsmedium an Bedeutungszuwachs gewonnen hat, gehört zu den ältesten Printmedien. Schon vor Johannes Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks mit auswechselbaren Lettern gab es mittels Holzschnitten gedruckte Bücher, deren Inhalte und Verbreitung sich aber im Großen und Ganzen auf den Kirchenbereich beschränkten. Gutenberg revolutionierte mit seiner Erfindung das Buchdruckwesen, die die Zerlegung der Texte in einzelne Bestandteile gestattete, womit eine flexiblere und schnellere Handhabung des Druckvorgangs möglich war. Trotz der heutzutage angebotenen vielfältigen anderen Medienformate hat das Buch an Bedeutung nicht eingebüßt; jährlich werden auf der Frankfurter Buchmesse über 80000 Neuerscheinungen präsentiert.

Mit der Modernisierung der Technik hat das Buch sich neue Bereiche als Hörbuch - zunächst auf Schallplatte (mit ganz ausgewählten Texten aus der Literatur ab Mitte der 1920er Jahre, ab Mitte der 1950er Jahre zunehmend mit Unterhaltungsliteratur) - erschlossen; mit der Entwicklung der Audio-Kassette (ab den 1960er Jahren) und der Compakt Disk (ab den 1980er Jahren) finden Hörbücher vornehmlich über diese Technik Verbreitung.

Mit dem Book on Demand (engl.: Buch auf Nachfrage) liegt das Buch lediglich als digitalisierte elektronische Fassung vor und wird bei Bestellung gedruckt. Diese Möglichkeit bietet Raum für die Veröffentlichung von Werken, bei denen eine sinnvolle Auflagenhöhe aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht von vornherein kalkulierbar ist.

Tagesaktuelle Nachrichten aber auch Meinungen, die von den Redakteuren als solche (nämlich als "Kommentar" bzw. "Meinung") ausdrücklich gekennzeichnet werden müssen, außerdem Unterhaltungsanteile bieten überregionale wie regionale Zeitungen. Wöchentliche oder monatliche Aufbereitungen verschiedenster Interessenbereiche - von politischen Themen über Hobby-Bereiche bishin zu Sexheften und Pornographie werden (nicht ausschließlich, aber auch) als Zeitschriften angeboten, die - je nach optischer Aufbereitung oder nach eigener Auffassung - sich auch als Illustrierte oder Magazine bezeichnen.

Dass nicht schon vor der Zeit an den einzelnen Verkaufsstellen Tages-, Wochenzeitungen und Zeitschriften abverkauft sind und ein Interessent mit leeren Händen steht, besorgt ein eingespieltes Verlagswesen in Kooperation mit dem Presse-Grosso. Da die Verkaufsstellen das Recht zur Remission (Rückgabe nicht verkaufter Exemplare gegen Gutschrift) haben, ist es die Regel, dass bis zum Tag des Erscheinens der neuen Ausgabe die ältere noch erhältlich ist.

Zu den bis ins Mittelalter zurückreichenden Medien zählt das Flugblatt. In den letzten zwei Jahrhunderten übernahm es zunehmend die Funktion des Aufrufs- und Protestblattes. Billig reproduziert (heutzutage als Kopie) ließ und lässt es sich regional unbegrenzt verbreiten und wurde/wird - bei kriegerischen Auseinandersetzungen - von Flugzeugen abgeworfen als Medium genutzt, um die jeweilige Zivilbevölkerung davon zu überzeugen, dass bestimmte Verhaltensweisen lebensrettend sein könnten. Die moderne Form des unpolitischen Flugblatts, das auf Veranstaltungen hinweist, ist der Flyer, ein etwas aufwändiger produziertes Faltblatt, manchmal bestückt mit einer CD-ROM, die Zusatzinformationen enthält.

In gleicher Weise wie das Flugblatt war das Plakat in den vergangenen Jahrhunderten zunächst hauptsächlich Mittel zur Protestkundgebung. Als das wilde Plakatieren Mitte des 19. Jhdts. überhand nahm, brachte ein Drucker aus Berlin den Behörden einen Vorschlag zu Gehör, der deswegen allgemeinen Anklang fand, weil sich damit das unkontrollierte und an allen erdenklichen Stellen erfolgende Anbringen von Plakaten eindämmen ließ; der Drucker hieß Ernst Litfaß und seine Erfindung war eine Annoncier-Säule, heute verhältnismäßig selten geworden, gleichwohl bekannt als Litfaßsäule.

Zu den Printmedien, die überwiegend Unterhaltungzwecken dienen, manchmal aber auch als zeitkritische Werke gedacht sind, gehört der Comic. 1894 nahm er seinen Anlauf als Funny strip in den Sonntagsbeilagen großer amerikanischer Zeitungen. Seine Anerkennung als Kunstform erfolgte mit der zunehmenden Publikation durch Alben.

Audiomedien

Die früheste Form gespeicherter Töne findet sich in den Notenrolle, gestanzte Lochbänder, die auf mechanischem Wege Jahrmarktsorgeln und speziell ausgerüstete Klaviere zum Erklingen brachten. Einige Komponisten des ausklingenden Jahrhunderts (so z. B. Claude Debussy, Maurice Ravel, Camille Saint-Saëns, Alexander Skrjabin) haben auf Reproduktionsklavieren eigene Werke auf Klavierrollen eingespielt. Inzwischen auf Compact Disk gebracht sind sie wertvolles Zeugnis aus einer Zeit, in der die Entwicklung der Tonaufzeichnung noch in den Kinderschuhen steckte.

Erste Aufzeichnungen von Schall auf einer Art "Schallplatte" gelang Thomas Alva Edison mit dem Phonograph 1877 (die Aufzeichnungen waren zwar beständig, blieben aber Unikate, weil nicht zu vervielfältigen). Dieser Entwicklung folgte bald 1888 das Grammophon, auch diese Aufzeichnungen sämtlich Unikate. Die Schallplatte als dauerhafter und reproduzierbarer Tonträger kam allmählich Anfang des 20. Jhdts. und wurde bald zu einem populären Mittel, vornehmlich Musik dauerhaft zu speichern und wiedergeben zu können.

Neben der Schallplatte entwickelte sich als weiteres Audio-Medium ab den 1930ern das Tonband, ein auf eine Spule gewickeltes Magnetband, dessen Inhalt über eine technische Vorrichtung abgetastet, dabei hörbar gemacht und schließlich auf einer leeren Spule wieder aufgewickelt wurde. Die Weiterentwicklung dieses Prinzips ist die Audio-Kassette (ab der 1960er Jahre). Die Compakt Disk löste in den 1980ern allmählich die Schallplatte ab. Mit dem MP3-Player schließlich steht seit Ende der 1990er Jahre ein Speichermedium für Audio-Dateien zur Verfügung, das sich wegen seiner Robustheit und Handlichkeit großer Beliebheit erfreut. Die Weiterentwicklung (hin zur Speicherung von audio-visuellen Dateien) ist der Portable Media Player (PMP).

Bilddruckverfahren

Zu den frühesten bildgebenden Verfahren, die gewissermaßen für die „Massen“produktion von Bildern gedacht waren, zählt der Holzschnitt. Er geht auf das Mittelalter zurück und eignete sich zur Bebilderung von Büchern, da er, ebenso wie der Buchdruck auf einem Hochdruckverfahren (die zu druckenden Teile sind erhabene Linien oder Flächen) basiert. Ab 1430 kamen Blockbücher auf, deren Seiten mittels Holzplatten gedruckt wurden, die sowohl Schrift als auch Bilder enthalten konnten. Mit der Weiterentwicklung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg gewann der Holzschnitt für die Buchillustration an Bedeutung.

Auch der Kupferstich (ebenfalls schon im Mittelalter praktiziert) ermöglichte die vielfache Verbreitung ein und derselben Darstellung. Als Tiefdruckverfahren war er aber für den Buchdruck weniger geeignet.

1798 schließlich erfand Alois Senefelder die Lithographie, ein Steindruckverfahren, mit welchem sich auf einfache, preiswerte und sehr effektive Weise Abbildungen vervielfältigen ließen. Zunächst als reine Gebrauchsgraphik gedacht (so wurde anfänglich Notenmaterial damit gedruckt) entdeckte die Bildende Kunst diese Technik als Möglichkeit der Reproduktion von Zeichnungen.

Foto / Film / Computerspeichermedien

Mit der Fotografie, deren Wegbereiter Joseph Nicéphore Niépce sowie Louis Jacques Mandé Daguerre waren - gelang es ihnen doch als erste, mit der Camera obscura aufgenommene Bilder dauerhaft zu fixieren - ist ein bildgebendes Verfahren entwickelt worden, mit dem sich die Realität abbilden lässt. Waren die Heliographie (entwickelt 1826/27) und die Daguerreotypie (1839 wurde Daguerre für diese Innovation international gefeiert) noch Unikate, sind aufgrund der weiterentwickelten Technik heute unbegrenzt Abzüge eines Bildes möglich.

Das Jahr der ersten öffentlichen Aufführungen von Filmen wird auf 1895 datiert. Bis in die 1920er Jahre hinein waren es Stummfilme, deren Handlung in manchen Fällen durch eingeschobene Texttafeln erläutert wurde.

Mit der technischen Neuerung, dem Filmmaterial eine synchrone Tonspur hinzuzufügen, erweiterten sich die Einsatzmöglichkeiten; nicht nur Unterhaltung, auch Informationen konnten so anschaulich weitergegeben werden. Unter der Nationalsozialistischen Diktatur wurde das Medium Film zu Propagandazwecken missbraucht. Die Nationalsozialisten bedienten sich seiner, um gegen die jüdische Bevölkerung zu hetzen, das Ideal des „germanischen“ Körpers und Geistes zu verherrlichen und geschönte Aussagen über die Politik der Reichsführung und den Verlauf des Zweiten Weltkriegs zu verbreiten.

Ab Mitte der 1970er Jahre wurde das von den Tonbändern bereits bekannte Magnetaufzeichnungsverfahren auch auf Bilddaten angewandt. Erstmals konnten so aufgezeichnete Bilder praktikabel auch im häuslichen Bereich wiedergegeben werden. Von den unterschiedlichen Video-Systemen setzte sich alsbald das VHS-System als das maßgebliche durch. Mit der Erweiterung der Speicherkapazität bei Compakt-Disks hin zur DVD hat das Medium Film für den privaten Konsum ein handliches und qualitativ hochwertiges Format erlangt. Von der DVD wurde die zeitweilig als das Medium der Zukunft gepriesene Laserdisk, eine Art Compakt-Disk im Schallplattenformat, komplett verdrängt.

Die CD-ROM wiederum, ebenfalls ein Speicher für audio-visuelle Daten, verdrängte ihrerseits die für Computer gebräuchlichen Disketten. Mit ihr wurden und werden nicht nur Computeranwendungen verbreitet, auch der Unterhaltungsbereich macht sich ihre große Speicherkapazität zunutze: Als Träger von Computerspielen, Bildergalerien, Filmen u.ä.

Rundfunk

Rundfunk sind Ton- (Hörfunk) oder Ton-/Bildinformationen (Fernsehen), die über Radiowellen übertragen und im Moment ihres Empfanges wiedergegeben werden. Der Rundfunk gehört somit zu den audiovisuellen Medien, ist jedoch zunächst einmal flüchtig. Erst durch die Aufzeichnung auf Bild- oder Tonträger kann das Medium Rundfunk konserviert werden.

Wie der Film so ist auch der Hörfunk in der Zeit 1933-45 von der nationalsozialistischen Führung zu Propagandazwecken missbraucht worden. Befördert wurde der Anstieg der Anzahl der Hörer durch die Entwicklung eines preisgünstigen Empfangsgeräts, dem Volksempfänger.

Nach dem Krieg gründete sich die 1950 die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland, kurz ARD, die ab 1954 ein gemeinsames Fernsehprogramm ausstrahlte (heute unter dem Sendernamen Das Erste). Das Zweite Deutsche Fernsehen, ZDF ging 1963 an den Start. Lediglich die Trägerschaft war bei beiden Sendern öffentlich-rechtlicher Natur (und blieb es wegen des kostenintensiven und aufwändigen Charakters der Veranstaltung von Rundfunk über Jahrzehnte hinweg), wegen der o.e. notwendigen Staatsferne des Rundfunks sind Aufsichtsgremien und Beiräte pluralistisch besetzt.

Das Privatfernsehen ging erstmals 1984 auf Sendung: RTL und SAT.1 (letzteres damals unter dem Namen PKS, Programmgesellschaft für Kabel- und Satellitenrundfunk) machten den Anfang. Pro 7 folgte 1988 ebenso wie Tele 5, das allerdings 1992 seinen Betrieb einstellte – erst 2002 wurde unter dem gleichen Namen ein Neustart gewagt. kabel eins ging 1992 auf Sendung; Spartensender wie Eurosport 1989 und DSF 1993. Die Fülle an Privatsendern macht es unmöglich, sie alle hier zu erwähnen, im Artikel Fernsehen ist dafür mehr Raum.

Das Bundesverfassungsgericht ist in Bezug auf das Privatfernsehen mehrfach befasst gewesen. Seine wesentlichen Aussagen hierzu sind, dass Privatfernsehen neben dem öffentlich-rechtlichen zulässig ist und dass es – anders als das öffentlich-rechtliche – nicht verpflichtet ist, seinen Auftrag als Grundversorgung des Publikums mit einem umfassenden und ausgewogenen Programm zu verstehen. Die Grundversorgung ist Sache der öffentlich-rechtlichen Sender, deshalb dürfen sie auch mit Gebühren finanziert werden.

Elektronische Medien

Der Vergangenheit, aber eng mit dem Fernsehen verbunden geht einher der 1983 gestartete Bildschirmtext (Btx), der kaum Beachtung bei der breiten Masse des Publikums gefunden hat und Ende 2001 eingestellt wurde. Es handelte sich hierbei um einen von der Deutschen Bundespost zur Verfügung gestellten Online-Dienst, der über Fernsehen aufrufbar war. Allerdings war das System nicht sehr benutzerfreundlich und mit seinem weißen Text auf schwarzem Grund auch nicht sonderlich attraktiv.

Mit dem World Wide Web, das seit den 1990er Jahren ein weltweites Publikum erreicht, verbindet sich alles: Es bietet Individualkommunikation und ist zugleich meinungsbildendes Massenmedium, es ist elektronisches Medium, das wie ein Printmedium Texte transportiert und dies in einer Aktualität, die Tageszeitungen noch übertrifft. Es vermittelt Filme, es gibt die Möglichkeit, interaktiv mit anderen Menschen auf anderen Kontinenten nicht nur zu kommunizieren sondern auch gemeinsam Computerspiele zu spielen. Das Schlagwort Web 2.0 weist auf weitere Anwendungen hin, die es dem Einzelnen ermöglichen, ohne großes technisches Wissen das Internet selbst mitgestalten zu können. Beispiele hierfür sind MySpace, das das Einstellen von persönlichen Seiten, Weblogs und Fotos gestattet, YouTube, eine Plattform, bei der kurze Filme abgelegt werden können, Wikipedia und natürlich Wikiweise.

Medienberufe

Zu den Berufen, in deren Mittelpunkt Medien stehen, zählen u. a. Verleger, Schriftsteller, Journalist, Redakteur, Bildredakteur, Lektor, Korrektor, Drucker, Graphiker, Mediendesigner, Medieninformatiker, Medienbetriebswirt, Medienkaufleute, Medienpädagoge.

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