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Globalisierung

Artikel #10457, »Globalisierung«, geschrieben von: Ulrich Fuchs(Red.) (100 %)

Globalisierung, die seit den 1980er Jahren, insb. seit dem Ende des kalten Krieges stattfindende Entwicklung, dass die Wertschöpfungsketten der Wirtschaft sich über Länder und Kontinente erstrecken und Unternehmen bewusst Teile ihrer bislang im Inland angesiedelten Produktion ins (real oder vermeintlich) günstigere Ausland verlagern. Damit einher geht eine große Mobilität des Finanzkapitals, das zunehmend transnational investiert wird. Durch den Markteintritt von Ländern, die bislang kaum Anteil am Welthandel hatten (Schwellenländer), treten alternative Lieferanten oder Abnehmer auf den Plan. Dadurch werden die Märkte in den einzelnen Nationen in manchen Bereichen abhängiger voneinander, in anderen lösen sich Abhängigkeiten auf. Technologie- und Wohlstandstransfer über Ländergrenzen hinweg wird durch die Globalisierung von der Ausnahme zur Regel.

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Ausgelöst wurde die Globalisierung vor allem durch die Überwindung der bipolaren, durch den Ost-West-Gegensatz geprägten Welt und dem folgenden Abbau der ideolog. begründeten Handelsschranken. Bedingt durch den Entwicklungsrückstand in vielen Teilen der Erde sind dort auch im Vergleich zu den anderen Teilen deutlich niedrigere Löhne wohlstandssteigernd, so dass eine Produktionsverlagerung von Hoch- in Niedriglohnländer sich für Industrie wie die dortigen Arbeitskräfte finanziell rechnet. Hinzu kam eine geschickte Wirtschaftspolitik der Unternehmen in den Schwellenländern, die sich mit wachsender Volkswirtschaft nicht mehr nur mit der Rolle der "verlängerten Werkbank" zufrieden gaben. Insbesondere die Fortschritte in den Informations- und Kommunikationstechniken (Internet) in den 1990er Jahren ermöglichten deren engere Einbindung auch in Konstruktions- und Entwicklungsvorgänge.

Sozial äußert sich die Globalisierung zunächst in steigendem Druck auf die Unter-, zunehmend auch die Mittelschicht der Industrienationen, wenn die von diesen ausgeübten Tätigkeiten verlagert werden. Insb. die sozialen Absicherungssysteme müssen sich nun mit den deutlichen schlechteren Modellen der Schwellenländer vergleichen lassen. Andererseits stärkt die Erweiterung der Märkte insgesamt die Wirtschaft auch der Industrienationen, was dort durchaus Arbeitsplätze absichert.

Deutlicher als vorher tritt nun in Erscheinung, dass fossile Energieträger und Rohstoffe begrenzt sind. Vor allem der durch die Gloablisierung bedingte Aufstieg der Wirtschaft Chinas hat zu deutlichen Engpässen auf den Märkten für Stahl, Nichteisenmetalle und Erdölprodukte gesorgt, was sich weltweit in Preissteigerungen bemerkbar macht.

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