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Erkenntnistheorie

Artikel #8628, »Erkenntnistheorie«, geschrieben von: A Bickel (99 %) , Josef Kandl(Red.) (0 %)

Erkenntnistheorie (auch Epistemologie, v. gr. επιστέμη, episteme, Wissen und λóγος, logos, Wort, Lehre), in der Philosophie diejenige Disziplin, die die Grundgesetze der Erkenntnis, ihre Quellen, Kriterien und ihre Grenzen (Zuverlässigkeit) untersucht. Sie ist seit den Vorsokratikern eine der zentralen Disziplinen der Philosophie: bereits die Sophisten etwa bestritten jede objektive Erkenntnismöglichkeit. Demgegenüber bestanden Platon und Aristoteles auf dem Konzept abstrakten Wissens; während jedoch Platon auf philosoph. Kontemplation als Methode des Erkenntnisgewinnes abstellte, sah Aristoteles Wissen weitgehend auf Grund von Empirie gewonnen.

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Im Mittelalter reduzierten sowohl christl. wie auch islamische Denker die Problematik weitgehend auf Interpretation der heiligen Schriften und Offenbarung. Erst die Rationalisten der Barockzeit (Descartes, Pascal, Spinoza, Leibniz) betonten wieder den Wert der deduktiven Beweisführung für Ursprung wie Überprüfung der Erkenntnis. Dagegen wollten bald darauf Empiriker wie Locke die Sinneserfahrung als einzige Quelle und Prüfstein der Erkenntnis gelten lassen, wobei jedoch die Unzuverlässigkeit der sinnl. Wahrnehmungen absolut gültige Erkenntnis verhindere. Nachdem Hume auch den objektiven Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung (die Kausalität) bestritten hatte, geriet mit dem Empirismus die gesamte Erkenntnistheorie in die Krise. Die suchte Kant dann mit der Synthese von Rationalismus und Empirismus zu lösen.

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