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Aristoteles

Artikel #4093, »Aristoteles«, geschrieben von: A Bickel(Red.) (93 %) , Ulrich Fuchs (6 %) et al.

Aristoteles, (* 384 v. Chr., Stageira, Makedonien, daher genannt der Stagirit, † 322 v. Chr., Chalkis auf Euböa), Philosoph, Schüler Platons, Lehrer Alexanders d.Gr., beeinflusste mehr als zwei Jahrtausende maßgebl. die europ. Geistesgeschichte. Seine Nachfolger werden Peripatetiker oder Aristoteliker genannt.

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Zentrale Überlegungen seiner Philosophie kreisen um die Substanz als das an-sich-Seiende und die Akzidenzien als die der Substanz zugeschriebenen Eigenschaften. Kernelement ist die Unterscheidung zwischen Potentialität und Aktualität: Substanz ist die einer Wandlung unterworfene Materie, die die in ihr angelegte Potenz (Möglichkeit) zu verwirklichen sucht, und so zum Akt (Wirklichkeit) wird. Ausgehend von der Annahme, dass keine Potentialität sich selbst verwirklichen kann, sondern hierzu eine Aktualität braucht, aus der heraus sie sich realisieren kann, leitete Aristoteles eine immaterielle »erste Ursache« ab. Jahrhunderte später wurde dieser Gedankengang als Kausaler Gottesbeweis wieder aufgegriffen.

Aristoteles’ Lehren hatten nach seinem Tode auf seine »Schule«, den Peripatos, weit weniger Einfluss als Platons Lehren auf dessen Akademie. Aristoteles wurde nicht – wie Platon bei den Platonikern – verehrt. Dies bedeutete einerseits Kritikfähigkeit, Offenheit und Flexibilität, andererseits Mangel an inhaltlich begründetem Zusammenhalt. Der Aristotelismus war somit keine Schule im klass. Sinn, sondern ein System, das später aus seinem Gedankengut entwickelt wurde.

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